Schwangerschaft
Herzlichen Glückwunsch!
Die Schwangerschaft ist eine besondere Zeit im Leben einer Frau, in der viele Fragen auftauchen. In unserer Praxis legen wir großen Wert auf eine umfassende Beratung und Betreuung während der Schwangerschaft.
Die Mutterschafts-Richtlinie legt fest, welche Vorsorgeuntersuchungen angeboten werden. In unserer Praxis finden die Termine bis zur 30. Schwangerschaftswoche in der Regel alle vier Wochen, danach alle zwei Wochen statt. Bei auffälligen Befunden kann es notwendig sein, zusätzliche Untersuchungen durchzuführen.
Auf unserer Website haben wir die wichtigsten Informationen rund um das Thema Schwangerschaft für Sie zusammengefasst. Schauen Sie sich gerne um!
Fragen rund um die Schwangerschaft
Welche Gewichtszunahme angemessen ist, hängt unter anderem von Ihrem Body-Mass-Index (BMI) vor der Schwangerschaft ab. Der BMI setzt das Körpergewicht zur Körpergröße ins Verhältnis. Das Gewicht steigt nicht bei jeder Frau gleichmäßig; eine feste wöchentliche Vorgabe ist deshalb nicht für alle passend.
Die Gewichtszunahme setzt sich aus verschiedenen Teilen zusammen. Ein großer Teil des Gewichts entfällt auf das ungeborene Kind, die Plazenta, das Fruchtwasser, die größer werdenden Brüste, die Gebärmutter, das zunehmende Blutvolumen, Wassereinlagerungen und Fetteinlagerungen als Polster für die Stillzeit.
Gewichtszunahme bei Einlingsschwangerschaften: Orientierungswerte nach IOM/NAM
BMI | Einordnung | Gesamte Gewichtszunahme |
|---|---|---|
unter 18,5 | Untergewicht | 12,5 – 18 kg |
18,5 – 24,9 | Normalgewicht | 11,5 – 16 kg |
25 – 29,9 | Übergewicht | 7 – 11,5 kg |
ab 30 | Adipositas | 5–9 kg |
Die Tabelle zeigt häufig verwendete Orientierungswerte für eine Schwangerschaft mit einem Kind. Sie ist keine starre Vorgabe. Aktuelle deutsche Empfehlungen betonen die individuelle Beratung; insbesondere bei Adipositas kann eine geringere Zunahme angemessen sein. Welche Entwicklung für Sie passt, besprechen wir anhand Ihres Ausgangsgewichts, Ihrer Ernährung und des Wachstums Ihres Kindes. Eine gezielte Gewichtsabnahme auf eigene Faust wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen.
Muss ich jetzt doppelt so viel essen?
Nein. Der Bedarf an bestimmten Vitaminen und Mineralstoffen steigt deutlich stärker als der Kalorienbedarf. Wie viel zusätzliche Energie Sie brauchen, hängt unter anderem von Ihrem Ausgangsgewicht und Ihrer Bewegung ab. Für viele Schwangere sind keine zusätzlichen Kalorien nötig.
Wie ernähre ich mich ausgewogen?
Essen Sie abwechslungsreich und überwiegend pflanzlich: Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte bilden eine gute Grundlage. Ergänzen Sie je nach Ernährungsweise Milchprodukte, Eier und gut durchgegarten Fisch. Bevorzugen Sie pflanzliche Öle und trinken Sie vor allem Wasser oder ungesüßten Tee. Süßigkeiten und stark verarbeitete Lebensmittel sollten nur einen kleinen Teil der Ernährung ausmachen.
Muss ich bestimmte Nährstoffe ergänzen?
Folsäure sollte bereits ab Kinderwunsch und im ersten Schwangerschaftsdrittel zusätzlich eingenommen werden. Auch eine zusätzliche Jodzufuhr wird in der Schwangerschaft empfohlen; bei Schilddrüsenerkrankungen ist vorher eine ärztliche Rücksprache wichtig. Welche Präparate und Dosierungen zu Ihnen passen, besprechen wir mit Ihnen. Bei vegetarischer oder veganer Ernährung beraten wir Sie zu möglichen Versorgungslücken.
Auf welche Lebensmittel sollte ich verzichten?
Vermeiden Sie rohes oder nicht ausreichend erhitztes Fleisch, rohen Fisch, Rohwurst und Speisen mit rohen Eiern. Auch Rohmilch und daraus hergestellte Weichkäse können Krankheitserreger enthalten. Pasteurisierte Milch ist geeignet; bestimmte Käse wie Blauschimmelkäse und Weichkäse mit klebriger Rinde sollten Sie dennoch meiden. Entfernen Sie Käserinde vor dem Verzehr.
Waschen Sie Obst, Gemüse, Salate und Kräuter gründlich. Achten Sie auf saubere Hände und Küchengeräte und trennen Sie rohe tierische Lebensmittel von verzehrfertigen Speisen. Erhitzen Sie Speisen auch im Inneren für mindestens zwei Minuten auf mindestens 70 °C. Verzichten Sie während der Schwangerschaft auf Alkohol.
Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft ist regelmäßige Bewegung empfehlenswert. Als Orientierung gelten mindestens 150 Minuten mäßig anstrengende Bewegung pro Woche, verteilt auf mehrere Tage. Wenn Sie bisher wenig aktiv waren, beginnen Sie langsam. Auch kürzere Einheiten sind hilfreich.
Die Belastung sollte so sein, dass Sie sich dabei noch unterhalten können. Richten Sie die Belastung an Ihrem Trainingszustand und Wohlbefinden aus. Bei Vorerkrankungen oder Schwangerschaftskomplikationen besprechen Sie die geeignete Belastung bitte mit uns.
Welche Sportarten sind geeignet?
Gut geeignet sind zum Beispiel zügiges Gehen, Schwimmen, Aquafitness und angepasstes Kraft- oder Yogatraining. Beim Radfahren sollten Sie Ihr Gleichgewicht und das Sturzrisiko berücksichtigen. Meiden Sie Sportarten mit hohem Sturz- oder Kollisionsrisiko sowie Gerätetauchen. Intensives Training und Wettkampfsport erfordern eine individuelle Beratung.
Brechen Sie die Aktivität bei Blutungen, Flüssigkeitsverlust, schmerzhaften Wehen, ausgeprägter Atemnot, Brustschmerzen oder anhaltendem Schwindel ab und lassen Sie die Beschwerden ärztlich abklären.
Darf ich in der Schwangerschaft verreisen?
Bei einer unkomplizierten Schwangerschaft sind Reisen meist möglich. Viele Frauen empfinden die Mitte der Schwangerschaft als angenehme Reisezeit. Bei Beschwerden, Vorerkrankungen oder einem erhöhten Risiko für Komplikationen besprechen Sie Ihre Pläne vorher mit uns.
Nehmen Sie Ihren Mutterpass mit und klären Sie, ob Ihre Auslandskrankenversicherung auch schwangerschaftsbedingte Behandlungen und eine mögliche Frühgeburt abdeckt. Informieren Sie sich bei Flugreisen frühzeitig über die Beförderungsbedingungen der Fluggesellschaft.
Was ist bei der Planung wichtig?
Achten Sie auf eine gute medizinische Versorgung am Reiseziel. Große Hitze, Reisen in größere Höhen oder in Gebiete mit besonderen Infektionsrisiken sollten Sie individuell besprechen. Bei langen Auto-, Bahn- oder Flugreisen sind regelmäßige Bewegung und ausreichendes Trinken wichtig. Legen Sie bei Autofahrten etwa alle ein bis zwei Stunden eine Bewegungspause ein. Ob zusätzliche Maßnahmen gegen Thrombosen sinnvoll sind, hängt von Ihrer Reisedauer und Ihrem persönlichen Risiko ab.
Schwangerschaftsstreifen entstehen, wenn sich die Haut und das darunterliegende Bindegewebe während der Schwangerschaft verändern und dehnen. Neben der Gewichtsentwicklung spielen die persönliche Veranlagung und hormonelle Veränderungen eine Rolle. Die Streifen sind harmlos und verblassen nach der Geburt meist, verschwinden aber häufig nicht vollständig.
Eine zuverlässige Vorbeugung durch Cremes, Öle oder Massagen ist nicht belegt. Hautpflege kann trockene oder spannende Haut angenehmer machen, verhindert die Streifen aber nicht sicher. Wenn Schwangerschaftsstreifen entstehen, bedeutet das nicht, dass Sie Ihre Haut falsch gepflegt haben. Eine angemessene Gewichtsentwicklung besprechen wir individuell mit Ihnen.
In der frühen Schwangerschaft können Sie Ihre Schlafposition nach Ihrem Wohlbefinden wählen. Auch Bauchlage ist möglich, solange sie angenehm ist.
Mit wachsendem Bauch ist die Seitenlage oft bequemer. Ab etwa der 28. Schwangerschaftswoche empfiehlt es sich, auf der Seite einzuschlafen; die linke und die rechte Seite sind geeignet. Wachen Sie auf dem Rücken auf, müssen Sie sich keine Sorgen machen: Drehen Sie sich einfach wieder auf die Seite.
In Rückenlage kann die Gebärmutter auf große Blutgefäße drücken und zum Beispiel Schwindel oder Unwohlsein verursachen. Wechseln Sie dann die Position. Kissen unter dem Bauch oder zwischen den Knien können eine bequeme Seitenlage unterstützen.
Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung ist ein vorsorglicher Verzicht auf das Haarefärben während Schwangerschaft und Stillzeit nicht erforderlich. Verwenden Sie regulär in der EU vertriebene Produkte entsprechend der Gebrauchsanweisung und beachten Sie die Warnhinweise.
Haarfarben können Hautreizungen oder Allergien auslösen. Pflanzliche Produkte sind nicht automatisch besser verträglich. Bei einer bekannten Unverträglichkeit sollten Sie das betreffende Produkt meiden.
