Schwangerschafts-Diabetes
Was ist Schwangerschafts-Diabetes?
Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes genannt, ist eine Störung des Zuckerstoffwechsels, die während der Schwangerschaft festgestellt wird. Schwangerschaftshormone können die Wirkung von Insulin abschwächen. Kann der Körper dies nicht ausreichend ausgleichen, steigen die Blutzuckerwerte. Auch Frauen ohne zuvor bekannten Diabetes können betroffen sein.
Unbehandelte erhöhte Blutzuckerwerte können unter anderem ein übermäßiges Wachstum des Kindes, Geburtskomplikationen und Bluthochdruckerkrankungen der Mutter begünstigen. Mit frühzeitiger Diagnose, angepasster Ernährung, Bewegung und bei Bedarf Medikamenten lassen sich die Risiken deutlich senken. Die meisten Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes bringen ein gesundes Kind zur Welt.
Häufige Fragen
Zwischen 24+0 und 27+6 Schwangerschaftswochen wird allen Schwangeren ohne bereits bekannten Diabetes ein Test auf Schwangerschaftsdiabetes angeboten. Das entspricht dem Beginn der 25. bis zum Ende der 28. Schwangerschaftswoche. Zunächst erfolgt ein 50-g-Glukose-Suchtest. Für diesen ersten Test müssen Sie nicht nüchtern sein. Ist das Ergebnis auffällig, folgt ein diagnostischer 75-g-Glukosetoleranztest. Für diesen zweiten Test müssen Sie nüchtern in die Praxis kommen.
Ein auffälliger 50-g-Suchtest bedeutet noch nicht, dass ein Schwangerschaftsdiabetes vorliegt. Zur weiteren Abklärung folgt ein 75-g-Glukosetoleranztest, für den Sie nüchtern in die Praxis kommen müssen.
Bestätigt sich dabei ein Schwangerschaftsdiabetes, überweisen wir Sie zur diabetologischen Mitbetreuung. Dort lernen Sie, Ihren Blutzucker zu kontrollieren, und erhalten eine individuelle Ernährungs- und Bewegungsberatung. Häufig reichen diese Maßnahmen bereits aus. Werden die empfohlenen Blutzuckerwerte damit nicht erreicht, kann eine Behandlung mit Insulin notwendig sein.
Mit einer guten Blutzuckereinstellung lassen sich die meisten Schwangerschaften sicher begleiten und mögliche Risiken für Mutter und Kind deutlich reduzieren.
Ein Schwangerschaftsdiabetes lässt sich nicht immer verhindern. Neben dem Lebensstil spielen auch die hormonellen Veränderungen der Schwangerschaft und die persönliche Veranlagung eine Rolle.
Sie können Ihr Risiko jedoch senken:
- ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten
- wenig zuckerhaltige Getränke und stark verarbeitete Lebensmittel
- regelmäßige Bewegung, zum Beispiel Spazierengehen, Schwimmen oder Radfahren
- eine angemessene Gewichtszunahme während der Schwangerschaft
Eine strenge Diät oder gezielte Gewichtsabnahme wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen. Auch bei einem gesunden Lebensstil kann ein Schwangerschaftsdiabetes auftreten. Deshalb bleibt der Glukose-Suchtest zwischen 24+0 und 27+6 Schwangerschaftswochen wichtig.
Nach der Geburt normalisieren sich die Blutzuckerwerte meistens wieder. Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes haben jedoch ein erhöhtes Risiko, später einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln.
Deshalb sollte sechs bis zwölf Wochen nach der Geburt erneut ein 75-g-Glukosetoleranztest durchgeführt werden – auch wenn Sie während der Schwangerschaft kein Insulin benötigt haben und unabhängig davon, ob Sie stillen.
Abhängig vom Ergebnis werden weitere regelmäßige Blutzuckerkontrollen bei Ihrer Hausarztpraxis oder diabetologischen Praxis empfohlen. Bei einer erneuten Schwangerschaft sollte der Blutzucker bereits früh kontrolliert werden.
Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und – wenn möglich – Stillen unterstützen die langfristige Gesundheit von Mutter und Kind.
